Am 22. Juni 2023 besuchte Bischof Marco Metzger die Gemeinde Künzelsau-Gaisbach.
Die Predigt stand unter dem Wort aus Römer 4, 4 und 5, das Bezirksapostel Ehrich am Vortag im Gottesdienst in Tübingen verwendete: „Dem aber, der mit Werken umgeht, wird der Lohn nicht aus Gnade zugerechnet, sondern weil er ihm zusteht. Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, aber an den glaubt, der den Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit.“
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes standen das Dienen und die Werke des Glaubens, der von Apostel Paulus im Zentrum seines Wirkens stand. Paulus zeigt auf, dass das Himmelreich nicht durch das strenge Halten der Gebote und Verordnungen verdient werden könne. Jesu habe zwar das Gesetz erfüllt, aber darüber hinaus Barmherzigkeit walten lassen. Der Glaube an Jesus Christus und sein Evangelium stehe im Mittelpunkt, nicht die Werke.
Bischof Metzger zeigte an einem praktischen Beispiel auf, wie ein Seelsorgebesuch an einem Krankenbett Freude und Segen auslöse, wenn er im Bewusstsein der Liebe zu Gott gemacht werde. In diesem Zusammenhang ermunterte er die ganze Gemeinde, diese Aufgabe wahrzunehmen. Auch das Eintreten füreinander im Gebet, Kontakte zu pflegen, erfülle dieses Anliegen.
Glaube mit praktischem Handeln zu verbinden, sei notwendig, wenn Mangel da sei, wie es Apostel Jakobus sagte: der Glaube ohne Werke sei ein toter Glaube (Jakob 2, 14-17)!
Der Bischof sprach die Gefahr an, Traditionschrist zu sein. Er verwendete den Begriff „Placebo-Christ“: Es ist kein Inhalt da! Lebendiger Glaube bedeute, in Bewegung zu bleiben! Deshalb sei es notwendig, die Impulse des Heiligen Geistes im Gottesdienst aufzugreifen und dadurch im Vertrauen auf unseren himmlischen Vater in allen Lebenslagen Jesu nachzufolgen.
Lebendig zu bleiben bedeute auch, den Herrn wie in einer menschlichen Beziehung in der ersten Liebe zu erwarten. Bischof Metzger schloss seine Predigt mit dem Wunsch, dass jeder in einer Glaubensgelassenheit vertrauensvoll seinen Beitrag in der Gemeinde leistet. Dadurch werde ein Stück Himmelreich geschaffen. Der Segen Gottes könne durch seine Nähe und Liebe in seiner Begleitung im Alltag erlebt werden.
Evangelist Alfred Kretschmer, der Vorsteher der Gemeinde Bad Mergentheim, legte in seinem Dienen den Schwerpunkt auf die Konzentration auf Jesu und unser Glaubensziel.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls beendete der Bischof mit Gebet und Schlusssegen den Gottesdienst.
Der Gottesdienst wurde vom Gemeindechor und mit Instrumentalvorträgen umrahmt.