Es war ein Erlebnis der ganz besonderen Art: Das Jubiläumskonzert der Gemeinde Crailsheim, das anlässlich des 100-jährigen Gemeindejubiläums am Sonntag, 24. Oktober 2010 in der Crailsheimer Hirtenwiesenhalle stattfand.
Die Halle festlich geschmückt, Chor und Orchester in freudiger Spannung auf den Auftritt und viele Besucher, darunter auch etliche Ehrengäste, die zahlreich in die Halle strömten.
Das besondere an diesem Konzert war die Zusammensetzung des Chores. Er wurde von den Sängerinnen und Sängern der drei Kirchengemeinden Evangelische Christuskirche Sauerbrunnen, Katholische Kirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit und der Neuapostolischen Kirche gebildet. Unter der Leitung von Reinhold Niebel und Rupert Herrmann hatte sich dieser Chor aus Anlass des Jubiläums gebildet und im Laufe des Jahres die Literatur gemeinsam erarbeitet.
Das Orchester des Bezirks Schwäbisch Hall unter Leitung von Friedhelm Maier sowie ein Blechbläserensemble, darunter auch vier Musiker aus Straßburg, erweiterten das Programm durch ihre Vorträge und begleiteten den Chor bei verschiedenen Werken.
Gemäß dem Konzertmotto stand am Beginn mit Psalm 100 "Jauchzet dem Herrn alle Welt" von Felix Mendelssohn-Bartholdy eine festliche Eröffnung. Es folgten weitere Vorträge, in denen Gott gelobt und gepriesen wurde. Vor der Konzertpause begeisterte das Orchester mit der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel. Wildis Streng hatte das Werk mit einigen Informationen zu seiner Entstehung angekündigt. Dadurch konnten die Zuhörer die Musik noch intensiver verstehen und genießen.
Im zweiten Teil lag der Schwerpunkt auf dem Vertrauen zu Gott. Das kam z.B. in zwei bekannten Stücken von Max Reger, dem Bonhoeffergedicht "Von guten Mächten wunderbar geborgen" oder in dem gesungenen Gebet Martin Luthers' „Verleih uns Frieden“ zum Ausdruck. Zum Abschluss eines beeindruckenden Konzerts erklang das Abendlied von Josef Rheinberger.
Sowohl der Anlass des Konzertabends als auch die wohltuende Atmosphäre prägten die Wortbeiträge der Redner.
Gemeindevorsteher Klaus Haberkorn ging in seiner Begrüßung darauf ein, dass die Musik in Bezug auf die Kooperation der Chöre als Brücke diene, um Verbindungen herzustellen.
In den Mittelpunkt seines Grußworts stellte Oberbürgermeister Rudolf Michl das Jubiläumsmotto der Neuapostolischen Kirche Crailsheim – „fest gegründet, offen, lebendig“. Er würdigte die gemeinsame Chorarbeit als Beleg für praktizierte Offenheit und skizzierte die Musik als belebendes Element der Kirchengemeinde.
Pfarrer Thomas Hertlein von der Katholischen Kirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit spannte einen Bogen vom Konzertmotto über die Musik als verbindende Sprache der beteiligten Kirchen und bündelte seine Ausführungen schließlich in einem vorgeschlagenen Denkmodell neuer Ökumene: Die Kirchen mögen sich auf die Wurzeln des Glaubens besinnen und sich darin gegenseitig bestärken. Als Geschenk hatte er, symbolisch für seinen Wunsch, dass alle Christen an einem Strang ziehen mögen, ein Seil mitgebracht.
An Stelle von Pfarrer Karl-Heinz Kämpler, der wegen eines Trauerfalles verhindert war, überbrachte Pfarrer Matthias Brix von der Evangelischen Christuskirche Roter Buck ein Grußwort. Er beglückwünschte die Neuapostolische Kirche zu den Wegen, die sie in 100 Jahren gegangen ist. Er endete mit der Glaubensüberzeugung, dass Gott das Gedeihen in uns Menschen gibt.
Bezirksältester Manfred Gentner dankte allen Mitwirkenden dieses gelungenen Abends und unterstrich die Inhalte der Redner. Seine Empfindungen brachte er in einem überlieferten Zitat zum Ausdruck: Menschen können einander bezaubern, wenn sie sich vertrauen und sich gegenseitig achten. Das sah er in diesem Konzert verwirklicht.