Um auf lange Sicht lebendige, zukunftsfähige Gemeinden zu gewährleisten, wurden die bisher selbständigen neuapostolische Kirchengemeinden in Rosengarten-Sanzenbach und Waldenburg-Sailach mit der Gemeinde Michelfeld vereint. Anlass dafür war nicht zuletzt die allgemeine demografische Entwicklung: Die Zahl der älteren Menschen nimmt zu, die der Kinder und Jugendlichen ist rückläufig. Mit dieser Gemeindeintegration sollen Kräfte gebündelt, vielfältiges Gemeindeleben in den Bereichen Musik und Unterricht in der Zukunft gestärkt und die seelsorgerische Betreuung sichergestellt werden.
Schon in der Vergangenheit waren die drei Kirchengemeinden durch gemeinsame Aktivitäten miteinander verbunden. Seit etwas über einem Jahr werden die Gottesdienste am Donnerstagabend durchgängig gemeinsam in Michelfeld gefeiert. Auch die kirchlichen Unterrichte der Kinder werden seit vielen Jahren gemeindeübergreifend durchgeführt.
Der für den neuapostolischen Kirchenbezirk Schwäbisch Hall zuständige Apostel Arne Herrmann führte am Donnerstagabend, dem 16. November 2023, den Gottesdienst in der Kirche in Michelfeld, Bibersfelder Straße 19 – also in der „neuen Heimat“ - der vergrößerten Gemeinde durch und nahm die Zusammenführung der drei Gemeinden vor.
In der nahezu bis auf den letzten Platz besetzten Kirche in der „Bibersfelder Straße 19“ verwendete Apostel Herrmann in diesem Gottesdienst den Impuls aus der Bildrede von Jesus Christus: „Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte; das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, dass die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen.“ (Matthäusevangelium, Kapitel 13, Verse 31 und 32.)
Mit dem Lied „Gut, dass wir einander haben“ eröffnete der rund 60köpfige gemischte Chor mit Klavierbegleitung den Gottesdienst. Diesen Gedanken griff Apostel Herrmann und unterstrich deutlich, dass es sehr gut sei, einander zu haben. Dies passe auch zum Bibelwort. Jeder könne, so der Apostel weiter eine Quelle des Segens sein, und käme man sich manchmal auch so einem verglichenen kleinen Senfkorn gleich. Anhand dreier Bilder, dem Leben Jesus Christus, der Entwicklung der Kirche Jesus Christus und der Gläubigen, erläuterte Apostel Herrmann, wie aus kleinem, unscheinbarem Beginn etwas Großes, Herrliches werden könne.
„Jeder von uns kann eine Quelle des Segens sein, wenn er sich vom Heiligen Geist leiten lässt und entschlossen ist, Christus zu dienen!“, so fasste Apostel Arne Herrmann die Botschaft des Gottesdienstes zusammen.
Ein besonderes Gepräge hatte der Gottesdienst in der vergrößerten Gemeinde auch dadurch, dass der langjährige Michelfelder Gemeindevorsteher, Evangelist Alois Wimmer in den Ruhestand trat. Als sein Nachfolger wurde Priester Frank Philipp, der seitherige Gemeindevorsteher aus Waldenburg-Sailach beauftragt.
Mit einem kleinen Umtrunk nach dem Gottesdienst wurde dankbar zurück geblickt auf alles, was in den Gemeinden liebevoll gewirkt werden konnte. Ebenso ging der Blick freudig und zuversichtlich in die gemeinsame Zukunft der nun „bereicherten“, 275 Mitglieder starken Kirchengemeinde Michelfeld.