Um auf lange Sicht lebendige, zukunftsfähige Gemeinden zu gewährleisten, wurde die bisher selbständige neuapostolische Kirchengemeinde Waldenburg-Sailach mit der Gemeinde Michelfeld vereint.
Den Abschlussgottesdienste mit Profanierung des Kirchengebäudes führte Apostel Arne Herrmann durch. Als Predigtgrundlage verwendete er das Bibelwort des ersten Petrusbriefs (1. Petrus 5,10): „Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.“
Apostel Herrmann gab den Rat, in geistiger Weise nüchtern zu bleiben und nicht zu viel Wert auf Äußerlichkeiten oder die eigene Person zu legen. Stattdessen empfahl er: „Konzentrieren wir uns auf das Handeln des Gottes der Gnade!“
Die Anfänge der Gemeinde Waldenburg-Sailach datieren aus dem Jahr 1914. Von Gnadental aus wurden erste Kontakte zur neuapostolischen Kirchengemeinde in Schwäbisch Hall geknüpft. Zu Fuß wurde anfangs der rund 12 Kilometer lange Weg zum Gottesdienst in die Haller Kirche zurückgelegt. Ab 1921 wurden in Gnadental Gottesdienste abgehalten, zu denen auch die neuapostolischen Christen aus Sailach kamen. 1926 wurde die Gemeinde in Gnadental selbstständig. Nachdem bis Anfang der 50er Jahre etwa 30 Christen aus Waldenburg-Sailach, Gnadental, Rinnen und Obersteinbach regelmäßig die neuapostolischen Gottesdienste besuchten, war es erforderlich auch in Sailach Gottesdienste zu feiern. Schon kurz darauf im Dezember 1955 wurde die neuapostolische Kirchengemeinde in Waldenburg-Sailach selbstständig. In verschiedenen Wohnungen von Sailacher Kirchenmitgliedern konnte die junge Gemeinde ihre Gottesdienste feiern. Im Jahr 1969 konnte die Gemeinde ihr eigenes Kirchengebäude mit der Anschrift „Im Haldenfeld 9“ beziehen. Ab diesem Zeitpunkt besuchten auch die neuapostolischen Christen aus Gnadental die Gottesdienste in Sailach.
Eine grundlegende Renovierung des Gebäudes erfolgte im Jahr 1995; helle Unterrichtsräume und ein Eltern-Kind-Raum wurden geschaffen.
Mit einem kleinen Umtrunk nach dem Gottesdienst verabschiedeten sich die neuapostolischen Christen aus Sailach und geladene Gäste von ihrem Kirchengebäude „Im Haldenfeld“, das über viele Jahre Ort freudiger Begegnungen und Gottesdienstort war.