Nach 24 Jahren als Gemeindevorsteher trat Alfred Kretschmer in den Ruhestand. Mit Ronny Olschewsky erhielt die Gemeinde einen neuen Vorsteher und mit Uwe Lütze einen weiteren Priester.
Zu diesem Gottesdienst am 16.07.2025 hatte Apostel Herrmann sein Kommen zugesagt und den Wechsel bereits im Mai in allen Gemeinden des Bezirks Schwäbisch Hall ankündigen lassen. So kamen an diesem Mittwochabend die Gemeinden Bad Mergentheim und Creglingen sowie eine große Menge weiterer Teilnehmer aus den umliegenden Gemeinden zusammen. Vor voll besetztem Haus verlas der Apostel dann das Wort aus Jesaja 43, aus den Versen 1 und 5: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! […] So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir.“
Es gebe viele Dinge, vor denen man Angst haben und sich fürchten könne, so der Apostel. Dieses Wort bedeute auch nicht, dass es verboten wäre, sich zu fürchten. Aber in allen Situationen dürfe darauf vertraut werden, dass Gott mit seiner Hilfe dabei ist. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen“ bedeute, dass wir bei Gott persönlich bekannt sind. An den bisherigen Vorsteher gewandt rief der Apostel in Erinnerung, dass dieser gerade solche Erfahrung immer wieder machen durfte, auch in herausfordernden Situationen in der Gemeinde und in den persönlichen Lebensereignissen. An den künftigen Vorsteher gewandt versicherte der Apostel, dass auch er diese Erfahrung machen werde. An die Gemeinde gewandt betonte er schließlich, dass auch ein Wechsel in der Verantwortung vertrauensvoll angenommen werden dürfe, weil Gott hinter dem Ruf eines jeden Amtsträgers steht, der seinen Dienst im Auftrag des Apostels und im Einklang mit den geltenden kirchlichen Regeln versieht.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls rief der Apostel den bisherigen Vorsteher Evangelist Alfred Kretschmer, den künftigen Vorsteher Priester Ronny Olschewsky, sowie den in Zukunft in der Gemeinde wirkenden Priester Uwe Lütze aus Creglingen an den Altar, um Ruhesetzung, Beauftragung und Amtsbestätigung vorzunehmen. Diese Amtshandlungen wurden eingeleitet durch das am Klavier vorgetragene Stück „You raise me up“. Gleich zu Beginn nahm der Apostel darauf Bezug und betonte, dass in der Verbindung mit Gott, von dem aller Auftrag in der Kirche kommt, sichergestellt ist, dass wir aufrecht bleiben können.
Evangelist Kretschmer blickt auf eine 47-jährige Amtstätigkeit zurück, davon 42 Jahre im priesterlichen Amt und 24 Jahre als Vorsteher der Gemeinde Bad Mergentheim. Die große Zahl an Seelsorgebesuchen könne niemand benennen, so der Apostel in seiner Ansprache, aber die große Zuverlässigkeit in der Amtsführung sei prägend und weit über die Gemeinde hinaus wahrnehmbar gewesen. Er persönlich und mit ihm die ganze Gemeinde sei sehr dankbar für all diesen Einsatz und er wünschte ihm und seiner Ehefrau einen reich gesegneten Ruhestand. Vor einer stehenden Gemeinde entband der Apostel ihn schließlich vom Auftrag der aktiven Amtsführung.
An Priester Olschewsky gewandt bedankte der Apostel sich für die Bereitschaft, die Aufgabe als Gemeindevorsteher anzunehmen. Die Verantwortung für pauschal alles bedeute nicht, dass der Vorsteher alles selbst machen muss, sondern die Hauptaufgabe eines Vorstehers bestehe darin, das Angebot an Gottesdiensten und Seelsorge sicherzustellen. Trotzdem sei die Aufgabe sehr umfassend und das Wort „Fürchte dich nicht“ solle auch für ihn persönlich ganz besonders gelten. Unter Handauflegung und Gebet übertrug der Apostel dann dem Priester mit Segnung und Heiligung den Auftrag, zukünftig der Gemeinde als Vorsteher zu dienen.
An Priester Lütze gewandt bedankte sich der Apostel für die Bereitschaft, die Gemeinde zu wechseln und zukünftig der Gemeinde Bad Mergentheim als Priester zu dienen. Dann bestätigte er ihn in seinem Amtsauftrag und wünschte ihm für sein neues Arbeitsfeld Gottes reichen Segen und Beistand.
Der Gottesdienst wurde umrahmt vom Gemeindegesang, einem gemischten Chor, einem Männerchor und einer Streichergruppe. Nach dem Schlusslied bekamen Evangelist Kretschmer und seine Frau Gabi ein Geschenk der Gemeinde überreicht. Im Anschluss daran hatten alle Anwesenden die Gelegenheit, Glück- und Segenswünsche zu überbringen und bei Getränken und Gebäck Gemeinschaft zu pflegen und sich auszutauschen.