Bereits am 15. Juni 2025 wurden die Glaubensgeschwister durch ein Rundschreiben des Apostels informiert, dass am Sonntag, den 3. August in der Gemeinde Künzelsau nach 22 Jahren ein Vorsteherwechsel stattfinden solle.
Dieser Gottesdienst hatte aber noch etliche weitere Höhepunkte. Zunächst diente der Apostel den Teilnehmenden aus den eingeladenen Gemeinden mit einem bekannten Wort aus den Psalmen: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ (Ps.139,5). Er machte auf die Sicherheit aufmerksam, die wir als Christen haben dürfen, indem wir glauben, dass Gott allezeit da ist. Das soll Trost sein, wenn man einmal orientierungslos ist und nicht weiß, wie es weitergehen soll. Nicht nur, dass er seine schützende und bewahrende Hand über uns hält, er umgibt uns auch von allen Seiten. Er steht neben uns, um uns zu helfen, durch Wort und Sakrament, unser Wesen zu ändern und würdig zu werden auf das Wiederkommen Jesu. Vor uns und hinter uns, das kann auch zeitlich gesehen werden: Gott war schon immer und wird immer sein – was für uns Vergangenheit und Zukunft ist, das ist für ihn Gegenwart. Darüber hinaus stehen wir auf einer festen Grundlage, auch wenn es im Leben immer wieder einmal wackelig werden kann. Aber Gott ist das Fundament, und das trägt!
Der stellvertretende Bezirksvorsteher, Priester Uwe Traub, bereitete mit seiner Predigtzugabe auf das Heilige Abendmahl vor. Davor jedoch spendete der Apostel einem Kleinkind, das auf den Armen seiner Eltern vor den Altar getragen wurde, die Gabe Heiligen Geistes im Sakrament der Heiligen Versiegelung. Auch ihnen galt das Wort, dass Gott die Kinderseele umgibt und ihm ganz nahe sein möchte. Nachdem die Gemeinde anschließend das Heilige Abendmahl gefeiert hatte, bat der Apostel den bisherigen Vorsteher und den künftigen Vorsteher zu sich an den Altar. Einfühlsam dankte er dem Hirten Gunter Fischer für die Zeit, in der er als Vorsteher diente, zunächst von 2001 bis 2003 der Gemeinde Kupferzell, und dann ab 15. Juni 2003 der Gemeinde Künzelsau. Er entlastete ihn nun auf eigenen Wunsch von seiner Verantwortung als Gemeindevorsteher und bestätigte ihn als Priester für die Gemeinde. Alsdann wandte er sich an seinen bisherigen Stellvertreter, Priester Frank Ziegler. Er bat ihn um sein Ja für die Aufgabe, der Gemeinde als Vorsteher zu dienen. Kniend empfing der neue Vorsteher Segnung und Heiligung für seinen neuen Auftrag.
Eine letzte Handlung war dann die Spendung des Segens zur Rubinhochzeit für ein Jubelpaar, dass seit 40 Jahren den gemeinsamen Lebensweg geht. Der Apostel wies auf die Wanderung des Volkes Israel hin. Zwar seien die 40 Jahre Ehe nicht mit einer „Wüstenwanderung“ zu vergleichen, aber auch das Ehepaar habe die Erfahrung gemacht, dass der liebe Gott immer bei ihnen war – wie es das Volk Israel damals auch erlebte.
Ein schöner Chor, der aus Sängern der eingeladenen Gemeinden gebildet wurde, und eine Gesangsgruppe mit Klavierbegleitung, die den Vorsteherwechsel einleitete, bildeten den würdigen Rahmen für diesen bemerkenswerten Gottesdienst, der mit Gebet und Segen beendet wurde.