Den Gottesdienst zu Buß- und Bettag feierte Bischof Marco Metzger gemeinsam mit den neuapostolischen Christen in der sehr gut gefüllten Kirche der Gemeinde Obersontheim. Musikalisch gestalteten der gemischte Chor und eine Violinen-Solistin den Gottesdienst bereichernd mit. Zum Gottesdienst verwendete Bischof Metzger das Bibelwort aus dem Lukasevangelium: "Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich einem deiner Tagelöhner gleich!" (Lukas 15, 18.19).
Erstmals seit seiner Ernennung im Oktober zum Bischof für den Apostelbereich Heilbronn-Nürnberg kehrte Marco Metzger zum Gottesdienst im Kirchenbezirk Schwäbisch Hall ein. Sichtlich gespannt erwartungsvoll begegneten sich der Bischof und die Gemeinde in freudiger Atmosphäre.
Der Bischof erklärte zu Gottesdienstbeginn, dass man mit dem Wort Buße, wie es im kalendarischen Buß- und Bettag zur Sprache komme, häufig Negatives verbinde. Er empfahl deshalb, das Wort "Buße tun" mit "besser machen" zu beschreiben. Etwas besser zu machen bedeute, sich von manch vermeintlich wertvollem zu trennen und sich dem göttlichen zuzuwenden. Buße zu tun bedeute damit auch, sich der eigenen Sündhaftigkeit bewusst zu werden und den festen Willen zur Umkehr zu haben.
Im von Jesus Christus gegebenen Gleichnis vom verloren Sohn, wie es Lukas in seinem Evangelium beschreibt, stellten sich verschiedene Sachverhalte aus unserer Lebenswirklichkeit dar. Dazu zählen, so der Bischof, das Verhältnis von Kindern zu ihren Eltern und umgekehrt, der Wunsch nach Freiheit in jungen Jahren, später ein sich Zurückbesinnen an das "Vaterhaus", besondere Freude beim sich wieder Begegnen und auch Enttäuschung über empfundene Ungerechtigkeit.
Lukas schreibt vom Wunsch des verlorenen Sohns, sich aufmachen zu wollen. Der Sohn folgt damit einem inneren Impuls und der Einsicht, sich falsch verhalten zu haben. Er kehrte letzlich zum Vater zurück mit dem festen Wissen, mein Vater kann mir helfen. So dem allmächtigen Gott in demütiger Haltung zu begegnen, schaffe die Voraussetzung, um völlig auf die göttliche Gnade zu vertrauen zur dürfen und seine Liebe und Barmherzigkeit umfassend zu erleben.
Zur weiteren Wortverkündigung wurde Bezirksältester Michael Joseph, Bezirksvorsteher des Kirchenbezirks Schwäbisch Hall, gebeten.