Am Samstag, 6. Juli 2024 besuchte eine kleine Gruppe aus der Gemeinde Schwäbisch Hall die KZ-Gedenkstätte beim Bahnhof Hessental um sich auf den Gottesdienst für Entschlafene vorzubereiten und fürbittend für die Seelen in der Ewigkeit einzutreten.
Aus der Gemeinde wird wie folgt berichtet:
Am Samstag, 6. Juli 2024 besuchte eine kleine Gruppe aus unserer Gemeinde die KZ-Gedenkstätte beim Bahnhof Hessental. Bei der organisierten Führung erhielten wir Informationen über die Entstehung und die Bedeutung des Konzentrationslagers Hessental sowie einen Einblick in die Leidensgeschichte der in diesem Lager im Jahr 1944 unter menschunwürdigen Bedingungen festgehaltenen Häftlinge - zeitweise waren es über 800 – meist polnische Juden im jugendlichen Alter, denen mit brutalsten Mitteln bei einem Minimum an Ernährung, Kleidung und sanitärer Versorgung ein Maximum an Arbeitsleistung abverlangt wurde.
Mindestens 182 Häftlinge fielen den brutalen Lebens- und Arbeitsbedingungen, Misshandlungen und Morden im Hessentaler Lager zum Opfer. Die noch Lebenden wurden im Zuge der Evakuierung des Lagers im April 1945 im berüchtigten „Hessentaler Todesmarsch“ in Richtung KZ-Dachau „getrieben“. Dabei verloren weitere etwa 150 Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen ihr Leben. Es ist unfassbar, wie man hier mit Menschenleben umgegangen ist.
Das Stelenfeld auf der Gedenkstätte symbolisiert die Opfer des Lagers Hessental. Für jeden namentlich bekannten Häftling ist eine Namenstafel an den Stelen angebracht.
Der Güterwaggon, der auf dem Ausstellungsgelände zu besichtigen ist, steht beispielhaft für die Waggons, mit denen die Gefangenen transportiert wurden. Heute befindet sich in ihm eine Ausstellung mit Informationen zum Lager Hessental und den berüchtigten Todesmärschen.
Die Führung hat uns sehr beeindruckt. Beim Anhören der Berichte über die geschehenen Greueltaten und insbesondere beim Gang durch das Stelenfeld und beim Lesen der Namen durchziehen einen besondere Gefühle - man glaubt, dem geschehenen Leid ganz nahe zu sein.
Zum Ende der Führung bildeten wir noch einen kleinen Chor, in dem dank unserer 91-jährigen Mitsängerin alle Stimmen vertreten waren. Mit den Liedern „Kommet her zu mir“ und „O Herr, gib Frieden“ verabschiedeten wir uns von der Gedenkstätte und nahmen viele Eindrücke und Empfindungen mit nach Hause.
Hilfe für Entschlafene - Auszug aus dem Katechismus der Neuapostolischen Kirche