Am Montag, 30. Juni 2025 fand um 19:30 Uhr eine besondere Jugendstunde in der neuapostolischen Kirche in Künzelsau statt. Eingeladen waren alle Jugendlichen, sowie die Vorsteher und Bezirksämter des Bezirks Schwäbisch Hall. Zu Gast: Bezirksapostel Michael Ehrich begleitet von Apostel Arne Herrmann und Bischof Marco Metzger.
Start mit „Come Together“
Schon ab 19 Uhr konnten sich die Teilnehmenden bei einem lockeren Come Together mit leckeren Waffeln, belegten Baguettes, kühlen Getränken und Eis stärken und austauschen. Die Jugendstunde begann anschließend mit einem gemeinsamen Gebet.
Im Mittelpunkt stand ein Interview mit unserem Bezirksapostel, geführt von zwei Jugendlichen. Dabei ging es um spannende Fragen aus den Bereichen Glaube, Amt, Alltag und Persönlichkeit. Besonders schön: Auch Zwischenfragen aus dem Publikum waren willkommen – inklusive Zoom-Teilnahme für gesundheitlich verhinderte Jugendliche.
Die zuvor eingereichten Fragen reichten von Nachfolge und Amtsverständnis über Glaubenskrisen und Lebensfragen zu Alltag im Apostelamt (E-Mails, Reisen, Gespräche…) und letztlich persönliche Erfahrungen (u.a. Missionserlebnisse in Madagaskar oder der Umgang mit schwierigen Gemeindesituationen).
Bezirksapostel Michael Ehrich, welcher "heute vor 10 Tagen und 43 Jahren (20. Juni 1982)“ zum Unterdiakon ordiniert wurde, beschrieb schmunzelnd seine schönsten Momente in der Amtszeit mit dem schönen Gefühl, das sich nach dem Wirken Gottes regelmäßig im Anschluss an einen Gottesdienst einstelle. Die Frage, wie er damit persönlich umgehe, wenn im Amtsauftrag manches Belastende, manche Schicksale an ihn herangetragen werde, beantwortete der Bezirksapostel sinngemäß so: Bei allem mitfühlend bleiben aber nicht persönlich mitleiden, um sich nicht selbst zu blockieren, sondern handlungsfähig zu bleiben.
Es wurden auch an heikle Themen nicht ausgespart: Zweifel, Homosexualität, Bibelauslegung und der Umgang mit Opfergeldern wurden offen angesprochen.
Der Bezirksapostel erläuterte im Blick auf den persönlichen Glauben und erlebte Glaubenskrisen: Der Glaube sei kein statisches Konstrukt, sondern ein Prozess – Zweifel gehörten dazu. Offenheit gegenüber Gott im Gebet und Gespräche mit Vertrauenspersonen helfen weiter. Die Wahrheit der Bibel liege im Evangelium, nicht im wörtlichen Verständnis jedes Verses. Er empfahl neben der Luther-Bibel auch andere Bibelübersetzungen zum Verständnis heranzuziehen, etwa „Neues Leben“, „die Gute Nachricht“ oder auch die „Zürcher Bibel“.
Ein gemeinsames Gruppenfoto rundete den offiziellen Teil ab. Nach dem Schlussgebet von Bischof Marco Metzger blieb man noch zum gemütlichen Ausklang mit Snacks und Gesprächen beisammen. Die Jugendstunde war geprägt von Offenheit, Tiefe, Humor und Gemeinschaft – ein echter Gewinn für alle, die dabei waren.