Open-Air-Gottesdienst und gemeinsames Mittagessen der Gemeinde Crailsheim am 13. September 2026 Alte Kirchenstühle, gemütliche Bierbänke, ein bewölkter Himmel und viele bekannte Gesichter – am Sonntag, den 13. September 2026, erlebte die Gemeinde Crailsheim einen besonderen Gottesdienst unter freiem Himmel.
Auf dem Gelände rund um die ehemalige neuapostolische Kirche in Crailsheim-Goldbach versammelte sich die Gemeinde, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Die ungewohnte Umgebung verlieh dem Sonntag eine ganz besondere Atmosphäre: Kirche einmal nicht unter einem Dach, sondern mitten in der Schöpfung und in Gemeinschaft miteinander.
Im Mittelpunkt stand das Bibelwort aus Apostelgeschichte 5,42:
„Und sie hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und hier und dort in den Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus.“
Der Gottesdienst wurde von Gemeindevorsteher Priester Carsten Belz geleitet. Die Priester Reinhold Niebel und Werner Gesell bereicherten die Feier mit weiteren Gedanken zur Wortverkündigung.
Den Glauben sichtbar und hörbar machen
Ein besonderer Gedanke nahm seinen Ausgang beim Lied „Erde, singe, dass es klinge …“ (CM 255) und dessen Schlussworten: „Preist ihn laut.“
„Laut“ muss dabei nicht zwangsläufig bedeuten, möglichst viele Worte oder Geräusche zu machen. Vielmehr geht es darum, den Glauben vernehmbar werden zu lassen. Das kann durch ein gutes Wort geschehen, aber ebenso durch aufmerksames Zuhören, durch eine helfende Hand oder durch die bewusste Zuwendung zu einem Menschen, der gerade Sorgen oder Nöte hat.
So wird das Evangelium nicht nur verkündigt, sondern auch gelebt.
Dazu gehört auch der Gedanke: Das Evangelium zu verkünden bedeutet, Frieden zu stiften. Gerade im täglichen Miteinander können wir dazu beitragen, dass Verständnis wächst, Beziehungen gelingen und Menschen miteinander verbunden bleiben.
„Das Werk des Herrn wird niemals untergehen“
Ein Blick auf die Hintergründe des Bibelwortes aus der Apostelgeschichte machte ebenfalls Mut.
Die Apostel der ersten Zeit verkündigten das Evangelium freimütig. Viele Menschen glaubten ihnen und erlebten Gottes Wirken. Das rief allerdings auch Widerstand hervor. Die Apostel wurden von der herrschenden Geistlichkeit ins Gefängnis geworfen und verhört.
Dann erhob sich der Pharisäer Gamaliel und gab einen bemerkenswerten Rat: Wenn das Werk der Apostel nur von Menschen stamme, werde es von selbst untergehen. Wenn es aber von Gott sei, könne niemand es vernichten.
Dieser Gedanke ist auch heute tröstlich. In unserer Gesellschaft und auch in der Kirche Christi gibt es Entwicklungen, die uns manchmal Sorgen machen. Doch wir dürfen darauf vertrauen: Was von Gott getragen ist, wird Bestand haben. Das Werk des Herrn wird niemals untergehen.
Was bewegt mich zum Glauben?
Eine weitere Frage stand im Mittelpunkt: Was ist eigentlich meine persönliche Motivation zu glauben und das Evangelium weiterzugeben?
Die Antwort führt zu Jesus Christus und seiner Liebe. Wer das Evangelium verkünden möchte, muss selbst aus dieser Botschaft leben. Die Motivation dazu kann aus der uneingeschränkten Liebe zu Jesus Christus wachsen.
Das Johannesevangelium spricht mehrfach vom „Jünger, den Jesus lieb hatte“. Diese besondere Formulierung kann uns daran erinnern, dass die Liebe Jesu ganz persönlich gemeint ist – auch für dich und für mich.
Wer sich von dieser Liebe getragen weiß, kann sie weitergeben. Nicht nur durch Worte, sondern vor allem durch das eigene Leben.
Ein besonderer Moment
Nach dem gemeinsamen Gebet des „Unser Vater“, der Freisprache und der Feier des Heiligen Abendmahls gab es noch einen besonderen Grund zur Freude:
Wildis Streng wurde zur Sonntagschullehrerin ernannt.
Die Gemeinde gratulierte herzlich und wünschte ihr für diese schöne und verantwortungsvolle Aufgabe viel Freude, Kraft und Gottes Segen.
Gemeinsam essen, reden und lachen
Nach dem Gottesdienst war der Sonntag aber noch lange nicht vorbei. Zum gemeinsamen Mittagessen ging es in den „Stadl zur alten Kirche“ – direkt auf dem Gelände der ehemaligen Goldbacher Kirche, die derzeit von den neuen Besitzern zu einer Eventlocation umgebaut wird.
Bei Steak und Würsten, verschiedenen Salaten und leckerem Kuchen war für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Vor allem aber bot das Mittagessen Gelegenheit für viele gute Gespräche, Begegnungen und gemeinsames Lachen.
So wurde aus dem Open-Air-Gottesdienst ein rundum schöner Gemeindetag: Gottes Wort hören, gemeinsam feiern, miteinander ins Gespräch kommen und Gemeinschaft erleben.
Ein Sonntag, der noch lange in guter Erinnerung bleiben darf.