Am 08. Oktober 2026 besuchte Bischof Marco Metzger die Gemeinde Künzelsau-Gaisbach. Die Predigt stand unter dem Wort aus Joh.15,3 und 4a: „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch.“
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Bild des Weinstocks aus den Abschiedsreden Jesu im Rückblick auf das Passahfest mit seinen Reinigungsritualen für den Zutritt in den Tempel, die durch die damaligen Priester kontrolliert wurden. Das Textwort bedeute, dass Gott uns so an seinem Altar annimmt, wie wir sind, keine Bedingungen voraussetzt.
Der Bischof betonte die Wichtigkeit, mit Jesu, dem Weinstock, durch die Gotteskindschaft verbunden zu sein. Jesu sah voraus, dass damals seine Jünger schwach werden würden, als Jesu sein Opfer brachte. So stehe auch Jesu zu uns, auch wenn wir im Alltag scheitern werden mit der Zusage, bis ans Ende der Welt bei uns, in uns zu sein.
In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Ausführungen des Stammapostels über die Rückkehr des gescheiterten, verlorenen Sohnes, der von seinem Vater liebevoll aufgenommen wurde, nachdem er die Verbindung zu seinem Vater gefunden hatte.
Bischof Metzger legte den Fokus auf die Tatsache, dass wir wie zu Zeiten Jesajas nicht aus eigener Kraft die Früchte des Glaubens, wie sie Paulus aufzeigte, hervorbringen können, sondern die Verbindung mit Jesu notwendig sei.
Dabei sei es auch notwendig, dass wir wie bei der Rebe auch Ungutes entfernen lassen. Dazu führe uns unser himmlischer Vater auch Wege, deren Sinn wir nicht gleich erkennen können, wo wir sogar an Gott zweifeln. Es sei wichtig, in der Verbindung zu ihm zu bleiben, auf seine Hilfe zu vertrauen.
Priester Martin Sommer, der stellvertretende Bezirksvorsteher, stellte in seinem Dienen die Frage, ob man sich nur mit Jesu verbinde, wenn man ihn persönlich brauche, oder ob man auch bereit sei, dem anderen mit den Früchten des Weinstocks Jesu zu dienen: ihm Lebensfreude, Mut - „auf sein Wort hin“ - zu schenken.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls beendete der Bischof mit Gebet und Schlusssegen den Gottesdienst.
Der Gottesdienst wurde vom Gemeindechor und mit Instrumentalvorträgen umrahmt.